Offener Brief an Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied:

 

Gewerkschaft Öffentlicher Dienst
Landesvorstand Salzburg

Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter/innen

Salzburg, 2. März 2009


Sehr geehrte Frau Ministerin!

 

Wir, als VertreterInnen der sozialdemokratischen LehrerInnen in den Salzburger Lehrer-gewerkschaften, verwehren uns strikt gegen die beabsichtigte Erhöhung der Lehrerarbeitszeit um 10 Prozent, die de facto auch eine 10%ige Gehaltskürzung bedeutet.
Wir Lehrerinnen und Lehrer arbeiten nicht weniger als andere ArbeitnehmerInnen in Österreich. Das beweist nicht nur die Lehrer-Arbeitszeitstudie, das wissen auch SchülerInnen und Eltern, und das wissen auch Sie.

 

Wir verstehen nicht, warum jetzt plötzlich unsere Arbeit weniger wert sein sollte!

In den letzten Jahren wurden den LehrerInnen immer noch höhere Anforderungen abverlangt, ohne diese abzugelten. Ganz im Gegenteil, es ist zu umfangreichen Kürzungen gekommen. Unter zunehmend schlechter werdenden Rahmenbedingungen haben LehrerInnen weiterhin ihr Engagement bewiesen.

 

Zwei Stunden mehr „Einsatz in den Klassen", wie Sie es formulieren, bedeuten auch zwei weitere Stunden Vor- und Nachbereitung. Eine zusätzliche Arbeitsbelastung der KollegInnen würde sicher nicht dazu beitragen, für alle SchülerInnen einen optimalen Unterricht gewährleisten zu können! Eine Lehrverpflichtungserhöhung kann keinen besseren Unterricht zur Folge haben.

 

Sie fordern einen Solidarbeitrag von den LehrerInnen angesichts der Wirtschaftskrise. Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um 10 % führt zum Arbeitsplatzverlust von JunglehrerInnen. Ist das Solidarität? Denn: Der Abbau jeder 10. Lehrkraft, die steigende Arbeitslosigkeit bei JunglehrerInnen würde sicher nicht zu einer Entspannung des Arbeitsmarktes führen. Und: Gerade in Zeiten der Krise müsste die öffentliche Hand investieren!

 

Befremdet sind wir auch darüber, wie Sie „Ihre" LehrerInnen über die von Ihnen vorgesehenen Änderungen im Schulbereich informiert haben. Diese Vorgangsweise missachtet die einfachsten Grundregeln der demokratischen Sozialpartnerschaft!

Motivierte und für Reformen offene LehrerInnen wurden durch Ihre Vorgangsweise schwer enttäuscht. Mit Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und Einsparungen kann man MitarbeiterInnen nicht motivieren. Wenn Sie ernsthaft wieder mehr und „die Besten" als Lehrkräfte an die Schulen bringen wollen, dann ist es in höchstem Maß kontraproduktiv, den ohnehin schon durch tendenziöse Medienkampagnen angeschlagenen Lehrberuf noch unattraktiver zu machen.

 

"Wir wollen die beste Bildung für alle Kinder" haben Sie einmal gesagt. Das wollen die Kolleginnen und Kollegen an Österreichs Schulen auch! Den LehrerInnen mit dem Argument der - von neoliberalen Unternehmern verursachten - Krise mehr Arbeit aufzubürden kann allerdings nicht das Mittel dazu sein.

Unterzeichnet:

Dipl.Päd. Franziska Wanner Pflichtschullehrer Salzburg (FSG) ZA und GÖD-Landesleitung 10
Dipl.Päd. Wiednig Gaby BMHS-Lehrer Salzburg (FSG) GÖD-Landesleitung 14
Mag. Günter Ortloff BMHS-Lehrer Salzburg (FSG) Fachausschuss
Mag. Mittersakschmöller Hermann AHS-Lehrer Salzburg FSG GÖD-Landesleitung 11
Mag. Pöschl Franz Berufsschullehrer Salzburg FSG GÖD-Landesleitung 12
Dipl.Päd. Sturm Josef Pflichtschullehrer Stadt-Salzburg FSG
Dipl.Päd. Lankes Sebastian SLÖ - Salzburg - Junglehrervertreter

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